Anton

Meine Einstellung zum Fahrradfahren ist für mich schwer in Worte zu fassen. Wahrscheinlich ist es Kombination der Disziplinen, die mich daran so fasziniert. Technische Aspekte genau so wie die Designsprache, die gerade den Rennradsport auszeichnet. Natürlich steht im Zentrum dieser Leidenschaft die körperliche Ertüchtigung und das Erleben von physischen und psychischen Grenzen – gleichzeitig gibt es wohl aber auch keine andere Sportart in der das Naturerlebnis bei der Ausübung so überwältigend ist. Dazu kommt noch meine Liebe zu Vintage-Themen jeglicher Art. Die lange Tradition des Rennradsports bietet unendlich viel Material, dessen Aufarbeitung niemals langweilig wird.

Aus tiefer Überzeugung sage ich, dass die Zukunft der Mobilität 2 Räder hat.

Abseits der sportlichen Themen bin ich als Designer auch fasziniert von dem großen Fashion und Style Thema, das gerade beim Rennradsport – zumindest für einen Teil der Aktiven – eine wichtige Rolle einnimmt. Der passionierte Schrauber in mir übertreibt auch gerne mal die perfektionistische Aufbereitung der zahlreichen Räder im eigenen Stall. Obwohl ich lange Jahre für die Automobil-Branche gearbeitet habe, schlägt mein Herz allein für das Fahrrad und die damit verbundenen Themen.

Das große Mädchen aus dem hohen Norden

Da war sie nun, die Frau größer als ich und schlauer als ich. Sie spricht von “Treffen” – ich dachte an Dates. Und das war, wie auch immer der Name der Veranstaltung nun gewesen sein mag, alles ganz schön gut. Bis auf dieses heikle Thema Fahrradfahren.

Klar, heutzutage fährt jeder Fahrrad: zur Arbeit, zum Ausgehen oder auch mal an den See. Aber 150 km just for fun? Nicht um irgendwo anzukommen, sondern nur um zu fahren. Sehr speziell und nicht einfach zu vermitteln. Wobei das auch gar nicht notwendig ist – man muss ja auch nicht jede Leidenschaft teilen. Klar war aber seit dem ersten Moment: die kühle Blonde aus dem Norden ist interessiert. An allem. Töpfern? Klar! Handwerk, Kunst, Sport, Computer, Nerd-Zeug? Ja, ja, ja, ja, ja. Also warum nicht versuchen.

Jahreszeitbedingt war der Einstieg schwierig weil ja all’ die echten Freuden des Radelns wegfallen: keine wunderbaren Ausflüge auf Berge, an Seen und zu tollen Gaststätten. Stattdessen Grundlagentraining am Hometrainer. Sogar oft eine Überwindung für mich selbst. Aber siehe da, Henri wagt den Versuch und ist erstaunlich gut. Aus dem Stand 160 Watt FTP. Ich bin beeindruckt. Und verliebt mittlerweile sowieso.