Reifendruck-Rechner für Rennrad und Gravel

Gewicht und Reifenbreite eintragen, fertig. Das Radgewicht ist vorbelegt, überschreib es mit deinem echten.

Radtyp
kg
Angezogen wie beim Fahren. Trinkflaschen und Werkzeug kannst du weglassen, zwei volle Flaschen ändern den Wert um rund 0,05 bar.
kg
Zulässig: 6 bis 15 kg. Der Vorschlag passt für ein übliches Rad, trag ruhig dein echtes ein. Zwei Kilo Unterschied machen rund 0,05 bar aus.
Reifen-Setup
Mit Schlauch rechnen wir 0,15 bis 0,35 bar mehr, je rauer der Untergrund desto mehr: Nur der Druck schützt den Schlauch vor Snakebites, und Durchschläge kommen von Schlägen. Latex- und TPU-Schläuche (z. B. Aerothan) verhalten sich eher wie Tubeless, wähle dafür Tubeless.
Felgentyp
Unsicher? Die meisten Felgen sind Hooked. Hookless steht auf der Felge oder im Datenblatt.
Reifenbreite (Zahl auf der Reifenflanke)
mm
mm
Zulässig: 25 bis 35 mm. Kalibriert für 700c (28 Zoll).
Untergrund
Normaler Asphalt ist der Normalfall, auch wenn er mal rissig ist. Kopfsteinpflaster gilt auch für richtig kaputten Belag.

Empfohlener Reifendruck

Eingaben vervollständigen, das Ergebnis erscheint sofort.
Nachjustieren in 0,1-bar-Schritten, im Zweifel nach oben: zu wenig Druck ist das größere Risiko, mit Schlauch besonders. Nach oben gilt das Maximum auf Reifenflanke und Felge.
Kalibriert für 700c (28 Zoll), Werte hinten/vorne getrennt gerechnet.

Haftungsausschluss

Dieser Rechner liefert unverbindliche, berechnete Empfehlungen als Startpunkt zum Herantasten an deinen optimalen Druck. Trotz sorgfältiger Erstellung übernehmen wir keine Gewähr für Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Berechnungen.

Maßgeblich sind immer die aufgedruckten Grenzwerte von Reifen- und Felgenhersteller. Überschreite nie den maximalen Druck und unterschreite kein aufgedrucktes Minimum, egal was dieser Rechner anzeigt. Ist der Maximaldruck der Felge niedriger als der des Reifens, gilt der Felgenwert. Für Hookless-Felgen (Tubeless Straight Side) gilt zusätzlich: Der empfohlene Höchstdruck hängt an der Reifenbreite und reicht von 5,0 bar bei 25 bis 29 mm bis herunter zu 3,0 bar ab 45 mm. Die vollständige Staffelung steht weiter unten auf dieser Seite. Nutze Hookless außerdem nur mit Reifen-Felgen-Kombinationen, die der Hersteller freigegeben hat, und prüfe die Freigabeliste deines Felgenherstellers.

Der Rechner ist für Rennrad und Gravelbike ohne Motor gemacht. Das Radgewicht nimmt er nur zwischen 6 und 15 kg an, ein Pedelec passt also gar nicht hinein. Halte dich für E-Bikes an die Angaben von Reifen- und Felgenhersteller und achte darauf, dass beide für das höhere Systemgewicht freigegeben sind.

Prüfe den Reifendruck vor jeder Fahrt mit einem Manometer, nicht mit dem Daumen. Die Umsetzung der berechneten Werte erfolgt auf eigene Verantwortung.

Für Schäden aus der Nutzung dieses Rechners haften wir nur bei Vorsatz und grober Fahrlässigkeit. Diese Beschränkung gilt nicht für Schäden aus der Verletzung des Lebens, des Körpers oder der Gesundheit sowie für Ansprüche nach dem Produkthaftungsgesetz; insoweit haften wir nach den gesetzlichen Vorschriften.


Hintergrund

Hookless: warum 5,0 bar nicht immer stimmt

Fast überall steht dieselbe Zahl: Hookless, maximal 5,0 bar. Das ist aber nur das Band für 25 bis 29 mm, also die Rennrad-Zeile. Auf Gravel stimmt sie nicht. Die ISO 5775-1:2023 empfiehlt gestaffelte Höchstdrücke, nach der nominalen Reifenbreite:

  • 25 bis 29 mm: 5,0 bar (72 psi)
  • 30 bis 34 mm: 4,5 bar (65 psi)
  • 35 bis 39 mm: 4,0 bar (58 psi)
  • 40 bis 44 mm: 3,5 bar (50 psi)
  • 45 bis 54 mm: 3,0 bar (43 psi)

Ein 40 mm Gravelreifen auf einer Hookless-Felge sollte also nicht 5,0 bar sehen, sondern höchstens 3,5. Das sind 30 Prozent Unterschied, und es steht in keiner deutschen Anleitung, die ich gefunden habe. Die Norm bezeichnet das ausdrücklich als Empfehlung für die Kennzeichnung auf der Reifenflanke, nicht als hartes Limit: Verbindlich ist immer der niedrigere Wert aus Reifenaufdruck und Freigabe des Felgenherstellers. Der Rechner arbeitet mit dieser Staffelung. Liegt dein Bedarf über dem Limit, deckelt er auf den Grenzwert und schreibt „am Limit“ dazu, damit klar ist, dass das kein Spielraum nach oben ist. Liegt er mehr als zehn Prozent darüber, gibt es gar keine Zahl mehr, sondern einen Hinweis. Dann ist nicht der Druck das Problem, sondern die Kombination: breiterer Reifen oder Hooked-Felge.

Schlauch oder Tubeless: was sich wirklich ändert

Mit Schlauch rechnet dieser Rechner 0,15 bis 0,35 bar mehr, je nach Untergrund. Auf Kopfsteinpflaster mehr, auf glattem Asphalt weniger. Der Grund liegt nicht im Rollwiderstand, sondern im Durchschlag: Bei einem Snakebite quetscht der Schlauch zwischen Felge und Hindernis, und dagegen hilft nur Druck. Tubeless hat keinen Schlauch, der quetschen könnte.

Deshalb gelten für beide Setups eigene Untergrenzen. Latex- und TPU-Schläuche verhalten sich eher wie Tubeless, dafür wählst du im Rechner also Tubeless.

Warum vorne weniger Druck als hinten

Auf dem Rennrad liegen grob 40 Prozent des Gewichts vorne und 60 Prozent hinten. Entsprechend braucht das Vorderrad rund 6 Prozent weniger Druck. Das ist kein Detail für Feinschmecker: Das Vorderrad lenkt und bremst, dort zahlt sich Grip am unmittelbarsten aus.

Wie der Rechner rechnet

Kein Geheimnis, hier ist die Formel:

Druck (bar) = (A + B × Systemgewicht) / Reifenbreite^k × Untergrundfaktor

Rennrad:  A = 87,4   B = 0,992   k = 1,09
Gravel:   A = 240,5  B = 1,744   k = 1,35
Vorderrad: × 0,94

Untergrundfaktor:  rau × 0,90   normal × 1,00   glatt × 1,10
Mit Schlauch:      + 0,35 / 0,25 / 0,15 bar (rau bis glatt)

Die Koeffizienten sind an den Median aus drei kommerziellen Rechnern angepasst, gemessen über 15 identische Setups im August 2026. Die größte Abweichung liegt bei 1,1 Prozent auf der Straße und 1,6 Prozent auf Schotter. Die Form mit dem Kehrwert der Breite ist nicht erfunden, sie kommt aus Frank Bertos Messungen zum Reifeneinfederweg.

Was der Rechner bewusst nicht kann: MTB, Fatbike und Schlauchreifen. Für Reifen über 50 mm gehen die Quellen so weit auseinander, dass eine Zahl von uns geraten wäre. Kalibriert ist alles auf 700c. Und die Untergrund-Stufen sind der weichste Teil des Modells.

Häufige Fragen

Wie viel bar braucht ein Rennrad mit 28 mm Reifen?

Bei 70 kg Fahrergewicht auf normalem Asphalt rund 4,4 bar hinten und 4,1 bar vorne. Bei 85 kg sind es etwa 4,8 und 4,5 bar. Genauer wird es mit dem Rechner oben, weil Untergrund und Setup mehr ausmachen als die letzten 100 Gramm Körpergewicht.

Zählt beim Systemgewicht das Fahrrad mit?

Ja, du trägst es in ein eigenes Feld ein. Vorbelegt sind 9 kg fürs Rennrad und 10 kg fürs Gravelbike, überschreib den Wert mit deinem echten. Viel bewegt er nicht: zwischen einem 7-kg-Renner und einem 11-kg-Rad liegen rund 0,1 bar. Dein eigenes Gewicht trägst du daneben ein, angezogen wie beim Fahren. Trinkflaschen und Werkzeug kannst du weglassen, zwei volle Flaschen ändern das Ergebnis um rund 0,05 bar.

Kann ich mit Tubeless weniger Druck fahren?

Ja, und zwar aus einem konkreten Grund: Ohne Schlauch gibt es keinen Snakebite. Die Untergrenze verschiebt sich dadurch nach unten. Nach oben ändert Tubeless dagegen nichts, dort entscheidet weiterhin die Felge.

Was ist, wenn auf meinem Reifen ein anderer Maximaldruck steht?

Dann gilt der Aufdruck. Immer. Ist der Maximaldruck der Felge niedriger als der des Reifens, gilt der niedrigere von beiden. Der Rechner kennt dein konkretes Modell nicht, die Flanke schon.

Warum bekomme ich manchmal gar keine Zahl?

Weil die Kombination aus Reifenbreite, Felgenbauart und Gewicht nicht zulässig ist. Meist trifft es Hookless-Felgen mit schmalen Reifen oder mit sehr viel Systemgewicht. In dem Fall hilft ein breiterer Reifen oder eine Hooked-Felge, kein niedrigerer Wert.

Wie genau ist das alles?

Ehrlich gesagt: genauer als die Uneinigkeit der Hersteller erlaubt es niemand. Nimm den Wert als Startpunkt und justiere in 0,1-bar-Schritten nach, im Zweifel nach oben. Zu wenig Druck ist das größere Risiko.