Elektrische Minipumpe im Test: CYCPLUS AS2 Ultra vs. AS2 Pro Max

Es ist ein wenig wie der Umstieg von mechanischer auf elektronische Schaltung. Brauchen tust du es nicht. Aber wenn du es einmal hast, kommt die Standpumpe nur noch in Ausnahmefällen aus dem Keller.

Seit ein paar Wochen benutze ich zwei elektrische Minipumpen von CYCPLUS parallel: die AS2 Ultra und die AS2 Pro Max. Die eine ist winzig und leicht und passt auch kleine Satteltaschen. Die andere pumpt deutlich schneller und länger. Hier kommt der mein Vergleich.

Vorweg: das ist kein Laborprüfstand. Ich habe beide Pumpen gewogen, wochenlang im Alltag und zuhause genutzt, im Auto verwended und unterwegs getestet. Hobby-Tester eben, aber kein Messlabor.

Zwei elektrische Minipumpen von CYCPLUS

Die elektrische Minipumpe von CYCPLUS gibt es in mehreren Varianten. Ich habe die beiden Enden der Range genommen. Die AS2 Ultra ist die Kleine. Winzig, leicht, kompakt, und sie funktioniert trotzdem erstaunlich gut. Die AS2 Pro Max ist die Große: mehr Akku, mehr Tempo, mehr Reserve. Beide schaffen 120 psi, beide haben ein Display, beide stellst du auf den Wunschdruck ein und sie stoppen automatisch, wenn er erreicht ist. Beide sind also Pumpe und Druckmessgerät in einem.

Cycplus elektrische Minipumpen

Das Gewicht, und warum es womöglich den Ausschlag gibt

Hier wird es interessant. Beide Pumpen machen ihren Job sehr gut, also sie pumpen deinen Reifen auf. Aber das Gewicht! Ich habe nicht nur die beiden E-Pumpen gewogen, sondern auch eine leichte Handpumpe und eine CO2-Kartusche samt Adapter. Also genau das, was bisher in der Satteltasche lag.

  • AS2 Ultra (mit Silikonhülle): 109 g
  • Leichte Handpumpe: 94 g
  • CO2-Kartusche plus Adapter: 105 g
  • AS2 Pro Max (mit Silikonhülle): 232 g

Die Pointe: Die AS2 Ultra wiegt mit Hülle 109 g. Eine leichte Handpumpe bringt 94 g auf die Waage, die CO2-Lösung 105 g. Du trägst also praktisch dieselben Gramm wie bisher, bekommst dafür aber einen elektrischen Kompressor in die Tasche. Genau deshalb ist die Ultra für mich komplett zu empfehlen. Sie kostet dich kein zusätzliches Gewicht, sie ersetzt nur, was eh schon mitfuhr.

Die Hard Facts im Direktvergleich

Hard FactAS2 UltraAS2 Pro Max
Gewicht (Hersteller, nackt)87 g205 g
Gewicht gewogen (mit Silikonhülle)109 g232 g
Maße65 × 47,5 × 28 mm81 × 60 × 32 mm
Max. Druck120 psi (ca. 8,3 bar)120 psi (ca. 8,3 bar)
Akku400 mAh600 mAh (11,1 V)
Ladezeitca. 25 minca. 60 min
Füllungen pro Ladungca. 2 Rennradreifenca. 4 Rennradreifen
Tempo700×28 in ca. 1 bis 2 Minuten700×28 auf 100 psi in ca. 58 Sekunden
VentilePresta, Schrader (Adapter), Clik (Adapter plus Schlauch)Presta, Schrader (Adapter), Clik (Adapter plus Schlauch)

Ventile, Schlauch und Hitze

Beide Pumpen kommen mit ordentlich Zubehör: Silikonhülle, Verlängerungsschlauch, aufschraubbarer Presta-Kopf, Ball-Nadel, Presta-Schrader-Adapter, USB-C-Kabel und einer spritzwasserfesten Tasche. Ab Werk sind sie auf Presta eingestellt. Schrader läuft über den beiliegenden Adapter. So weit, so unaufgeregt.

Jetzt der Teil, den die meisten Datenblätter weglassen: die Pumpe wird beim Pumpen warm. Das ist bei einem Mini-Kompressor völlig normal, aber relevant, wenn du Latex- oder TPU-Schläuche fährst, so wie ich. Beide reagieren empfindlich auf Hitze. Genau dafür gibt es den Verlängerungsschlauch: Er hält die Hitze der Pumpe vom Ventil und vom Schlauch weg. Bei Tubeless brauchst du den Verlängerungsschlauch nicht, da gibt es kein hitzeempfindliches Gummi am Ventil.

Noch ein Detail für alle, die wie ich auf das Schwalbe Clik Valve umgestiegen sind: Der Clik-Adapter lässt sich nur in den Verlängerungsschlauch schrauben. Heißt, wer Clik fährt, nutzt den Schlauch zwingend, auch bei Tubeless. Gut zu wissen, bevor du am Straßenrand stehst und dich wunderst.

Die Silikonhülle ist übrigens kein Deko-Gimmick. Sie ist als Hitzeschutz gedacht, für deine Hand und als Puffer in der Tasche. Sie bleibt drauf.

Verlängerungsschlauch plus Schwalbe Clik Valve Adapter.

Tubeless macht es noch einfacher

Wenn du tubeless fährst, spielen die E-Pumpen ihre Stärke richtig aus. Kein Schlauch nötig, kein hitzeempfindliches Ventil. Und das Beste: Selbst wenn bei Tubeless durch eine kleine Undichtigkeit langsam Druck abfällt, kannst du unterwegs einfach nachpumpen. Das geht sogar mit der kleinen Ultra. Eine Handpumpe oder CO2 würdest du dafür kaum jedes Mal auspacken.

Wann welche?

Die Pro Max ist meine Pumpe für zuhause. Speziell wenn die Räder an der Wand hängen oder im Auto stehen, ist das Gold wert: kein Gekurbel, kein Standpumpen-Gefummel, einfach Druck einstellen, ansetzen, fertig. Und für lange Touren oder Bikepacking ist sie die bessere Wahl, weil sie schlicht mehr Reserve hat. Rund vier Rennradreifen auf vollen Druck pro Ladung, das reicht auch für einen langen Tag.

Die Ultra ist die, die fast immer mitfährt. Für die kleine Satteltasche, die schnelle Runde, den Alltag, überall da, wo Gewicht und Platz zählen. Sie hat naturgemäß weniger Akku, ungefähr zwei Rennradreifen auf Druck pro Ladung. Bei einem langsamen Platten, den du mehrfach nachpumpen musst, wird das eng. Dafür dann lieber die Pro Max.

Zwei ehrliche Wermutstropfen für beide: Sie sind laut, das liegt in der Natur eines Mini-Kompressors. Und der Akku mag es nicht, monatelang ungenutzt zu liegen. Mein Tipp: vor der großen Tour einmal voll laden, dann passt das.

Das Fazit

Beide elektrischen Minipumpen machen, was sie sollen, und zwar gut. Die AS2 Ultra ist die für fast immer, weil sie nichts wiegt und nichts wegnimmt. Die AS2 Pro Max ist die fürs Grobe: zuhause, im Auto, auf langen Touren und beim Bikepacking.

Und um zum Anfang zurückzukommen: Es ist wie Di2 gegen mechanisch. Brauchen tust du es eigentlich nicht. Aber meine Standpumpe steht seit Wochen unbenutzt im Keller. Es kommt darauf an, wie sehr du Convenience magst. Bei mir hat sie gewonnen.

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  • Creative Director, Rennradfahrer, Brevet-Fan. Unterwegs auf Trek Domane und Specialized Crux, mehr als 10.000 km im Jahr. Schreibt bei You, Me & Cycling über Equipment, lange Touren und Werkstatt-Themen. Auf Instagram als @antoningomar.