1.200 Höhenmeter über dem Alltag, ganz viel Sonne und genau der richtige Mix aus Wald und Weitblick. Der Ritten in Südtirol ist so etwas wie das gelassene Basecamp für alle, die der Hitze aus dem Tal entfliehen wollen und dabei nicht auf Genuss verzichten möchten.
Wir haben Gravel-Urlaub auf dem Sonnenplateau Ritten gemacht. Und ehrlich: Kaum irgendwo sonst lassen sich sportliche Touren und gutes Essen so gut verbinden. Graveln auf 2.000 hm? Check. Erdpyramiden als Natur-Spektakel zwischendurch? Auch dabei.
Unsere Base: Das Gloriette Guesthouse in Oberbozen
Gelegen direkt an der Bergstation der Seilbahn, nur eine Gehminute vom Ausstieg entfernt, ist das Gloriette Guesthouse ein guter Ausgangspunkt für Touren. Das Haus verbindet verspieltes Design mit Entspannung. Der Rooftop-Pool mit Blick in die Berge ist spektakulär und das Frühstück bietet alles was das Herz begehrt. Das Abendmenü im hauseigenen Puro Fine Dining hat uns ehrlich begeistert.
Die Lage oben in Oberbozen ist einzigartig. Wer will, rollt mit dem Rad ins Tal oder für einen Kaffee nach Bozen. Am Ende des Tages nimmt man einfach die Seilbahn zurück nach oben. In nur 12 Minuten ist man wieder in Oberbozen und genießt die Ruhe und Aussicht. Die Seilbahn ist von 7 bis 22.45 Uhr geöffnet, wo gibt es sowas schon? Und die Bahn bei Nacht nehmen ist allein schon ein Erlebnis.



Einkehren auf dem Ritten
Der Ritten ist nicht nur landschaftlich ein Highlight, sondern auch kulinarisch. Besonders beeindruckt hat uns das Feines Eckl wo Küchenchef Jakob Eckl zeigt, was kreative Regionalküche kann: durchdachte Teller und überraschende Kombinationen auf hohem Niveau. Dazu eine sehr hervorragende Weinauswahl.
Und dann war da noch unser Lieblingsstopp unterwegs: der Weinhof Rielinger. Ein Hof wie aus dem Bilderbuch. Rustikal, persönlich, echt. Mit hofeigenem, biodynamischem Wein, Gemüse aus dem Garten, hausgemachtem Speck und Schlutzkrapfen, wie sie sein sollen: mit Liebe gemacht und richtig gut.
Und wer sich bis auf 2.000 m hocharbeitet, wird oben auf der Feltuner Hütte belohnt. Ausgezeichnet mit 87 Falstaff-Punkten, gibt’s dort ehrliches, raffiniertes Essen, wie wir es selten auf einer Berghütte erlebt haben. Perfekt für hungrige Wanderer und Radfahrer.






Rauf aufs Rittner Horn
Unsere Königsetappe führte uns von Oberbozen bis hinauf zum Rittner Horn auf 2.260 m. Teilweise mit Steigungen zwischen 17 und 20 %, da blieb Schieben phasenweise nicht ganz aus. Aber oben angekommen, wird man mehr als belohnt: Der Blick reicht vom Schlern bis zu den Zillertaler Alpen, die Dolomiten leuchten im Hintergrund, und die Weite macht den Kopf frei.



Und was war jetzt mit den Erdpyramiden?
Zwischen all den Ausblicken und Höhenmetern haben uns besonders die Erdpyramiden von Ritten beeindruckt, ein echtes Naturphänomen. Diese bis zu 30 Meter hohen Lehmsäulen mit ihren markanten Steinblöcken auf der Spitze, sind das Ergebnis jahrhundertelanger Erosion. Regen, Sonne, Frost und plötzlich steht da ein bizarrer Wald aus Türmen, als wäre man kurz in einem Fantasy-Film gelandet.
Am besten sieht man sie entlang der Strecke zwischen Lengmoos und Mittelberg, dort kann man das Rad schieben. Oder man plant sie als lohnenden Abstecher in einer Wander-Tour ab Oberbozen ein.


Unsere Lieblingstour
Wir sind die MTB-Radroute 393 zum Rittner Horn gefahren. Spektakuläre Ausblicke auf 2220 Metern inklusive. Auf dem Rückweg kommt man an den Erdpyramiden vorbei.
